Tarifvertrag ig metall küste


Mit dem Abschluss einer neuen Vereinbarung vor Ablauf der Streikno-Streik-Zusage im Rahmen des aktuellen Tarifvertrags will die IG Metall vermeiden, die üblichen eintägigen Streiks im Zusammenhang mit dem Verhandlungsprozess auszurufen. Unter den Bedingungen wachsender sozialer Spannungen und einer Streikbewegung in Frankreich befürchtet die Gewerkschaft, dass selbst diese begrenzten Arbeitsschritte eine soziale Explosion auslösen könnten. Hinzu kommt, daß die Unternehmen nun die Möglichkeit haben, von der Quotenregelung zu dem “Gesamtarbeitszeitvolumen im Unternehmen” überzusteigen. Dieses Sammelvolumen wurde auf 35,9 Stunden pro Woche auf der Grundlage von 18 % der Erwerbsbevölkerung auf 40 Stunden und 82 % auf 35 Stunden festgelegt. In diesem System eröffnet jeder Teilzeitbeschäftigte die Möglichkeit, neue Verträge mit 40 Stunden abzuschließen. So ist eine Person mit 20 Stunden (15 Stunden weniger) potenziell 3 Personen, die zu 40 Stunden eingestellt werden (3 x 5 Stunden mehr). Arbeitszeit• Ab 2019 ein Recht für alle Vollzeitbeschäftigten mit mehr als 2 Jahren Betriebszugehörigkeit, ihre Wochenarbeitszeit für 6 bis 24 Monate auf 28 Stunden zu reduzieren. Nach Ablauf dieses Zeitraums haben die Arbeitskräfte das Recht, den Vorgang zu wiederholen. • Die vorübergehend reduzierte (28 Stunden) Wochenarbeitszeit wird auf 10 % der Erwerbsbevölkerung begrenzt. Beantragen mehr als 10 % der Arbeitnehmer eine Verkürzung der Arbeitszeit, Vorrang haben dann diejenigen, die Schichtarbeit, Pflege von Angehörigen oder kleinkinderfürsorge (bis 8 Jahre) leisten.• Die Arbeitgeber haben auch die Möglichkeit, Arbeitnehmer mit 40-Stunden-Verträgen zu beschäftigen (derzeit auf 18 %/13 % aller Verträge je nach Tarifregion festgelegt), aber die Betriebsräte werden mehr und stärkere Widerspruchsrechte haben, wenn die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von durchschnittlich 35,9 Wochenstunden über alle Arbeitnehmer hinausgeht. Doch das erste Problem zeigt sich bei den fixen 400 Euro: Bei einer “schlechten wirtschaftlichen Situation” kann das Unternehmen mit Zustimmung der IG Metall die Zahlung verschieben, reduzieren oder sogar ganz streichen.

In der Vergangenheit haben wir sowohl in Bezug auf die Erhöhung als auch auf die Verkürzung der Arbeitszeit bereits unzählige solcher Zugeständnisse von DER IGM gesehen. Die sogenannte Pforzheimer Vereinbarung von 2004 gab den “Sozialpartnern” (Delegierten des Betriebsrats und der Geschäftsführung) das Recht, von der Regionalvereinbarung abzuwichen, die viel dazu bewoger ezipiert hat, Tarifverträge durchlässig zu machen. Der einzige Lichtblick in dieser Kampagne der Lohnverhandlungen ist, dass mit den vollen Streiktagen, die von der Gewerkschaftsführung aufgerufen wurden (und nicht nur gezielte und sehr begrenzte Aktionen, wie üblich), viele Arbeitnehmer zum ersten Mal so etwas wie eine kleine Kampferfahrung erleben konnten (allein in Baden-Württemberg streikten 190.000 Menschen). Angesichts der schwachen Zahl der Streiktage in Deutschland verdient diese gute Nachricht, so bescheiden sie auch ist, auch wenn die Gewerkschaftsmitglieder bei der Unterzeichnung des Abkommens wieder einmal kein Mitspracherecht hatten.

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